Ein vierzehn Meter hohes Denkmal und eine ein Meter hohe Gartenfigur entstehen in derselben Technologie und in derselben Werkstatt. Das zeigt am besten, was PWS-Laminat moeglich macht: Eine einzige Rezeptur bedient voellig verschiedene Massstaebe, und ueber das Ergebnis entscheidet die Praezision der einzelnen Arbeitsschritte. Dieser Text fuehrt der Reihe nach durch sie hindurch — vom Urmodell ueber die Form und das Laminieren bis zum Lack.
Was PWS-Laminat ist
PWS ist ein glasfaserverstaerkter Polyester-Verbundwerkstoff: Glasfasermatte, getraenkt mit Polyesterharz. Die Faser sorgt fuer die Festigkeit, das Harz bindet sie zu einer einheitlichen Struktur und gibt die Form vor. Zusammen ergeben sie ein Material, das Lasten traegt und sich zugleich in jeden beliebigen Koerper bringen laesst — vom drei Meter hohen Dinosaurier bis zur Pommestuete mit Gesicht.
Fuer grossformatige Figuren bedeutet das vier konkrete Vorteile:
- Geringes Gewicht. Eine drei Meter hohe Figur reist mit gewoehnlichem Transport und wird ohne Kran aufgestellt.
- Witterungsbestaendigkeit. Wasser, Frost und UV-Strahlung wirken sich nicht auf die Struktur aus, die Praesentation ist also ganzjaehrig moeglich.
- Freiheit in der Form. Jedes Detail, das im Urmodell steckt, kommt aus der Form heraus — von der Mimik bis zur Fellstruktur.
- Volle Servicefaehigkeit. Die Oberflaeche laesst sich jederzeit auffrischen und ein Element vor Ort mit Laminat ergaenzen, ohne das Ganze zu demontieren.
Die letzte Eigenschaft wird unterschaetzt und ist in der Praxis die wertvollste: Ein heute gekauftes Objekt laesst sich nach Jahren in den Zustand des ersten Tages zurueckversetzen.
Vom Urmodell zur Form
Alles beginnt mit dem Urmodell, der Vorlage der Figur. Heute fraesen wir es auf der CNC-Fraese aus Styropor- oder Styrodurbloecken und spachteln und schleifen es anschliessend von Hand in seine endgueltige Gestalt. Auf dieser Stufe fallen die Entscheidungen ueber Proportionen und Details — das Urmodell ist der Massstab, den die Form millimetergenau uebernimmt.
Das fertige Urmodell versehen wir mit Trennmittel und laminieren darauf die Form, in der Regel in Segmente geteilt, was auch stark gegliederte Formen abbildbar macht. Die Form wird mit einem Rahmen versteift und behaelt so ihre Geometrie ueber Dutzende Entformungen. Eine gut gebaute Form ist eine Investition ueber Jahre: Jedes daraus entnommene Exemplar ist mit dem ersten identisch.
Handlaminieren
Das Forminnere belegen wir zuerst mit Gelcoat — einer Harzschicht, die nach dem Entformen zur glatten Aussenflaeche der Figur wird. Darauf legen wir Lage um Lage Glasmatte, jede mit Harz getraenkt und mit der Rolle angedrueckt.
Das ist der auf dem Foto festgehaltene Moment und zugleich der handwerklichste Teil der ganzen Arbeit. Die Rolle drueckt die Matte in die Form und verteilt das Harz gleichmaessig in der gesamten Faserstruktur. So entsteht ein einheitliches Laminat mit derselben Staerke an jeder Stelle — auch in Ecken und an Partien mit komplizierter Geometrie, wo es der Form am engsten anliegt. Diese Stufe laesst sich nicht automatisieren, und wie gleichmaessig die fertige Oberflaeche ausfaellt, haengt von der Erfahrung des Laminierers ab.
Senkrechte Flaechen arbeiten wir mit Zugabe von Aerosil aus, einem thixotropen Mittel, das das Harz so eindickt, dass es waehrend der gesamten Haertung senkrecht an Ort und Stelle bleibt. Ein einfacher Kniff, der ueber die volle Hoehe der Figur gleiche Laminatstaerke ergibt, vom Sockel bis zum hoechsten Punkt.
Wie viele Lagen und was das bringt
Unser Standard ist eine Glasmatte 2 x 300 g, was rund 4 mm fertiges Laminat ergibt. Diese Staerke ergibt sich unmittelbar aus dem Einsatzzweck der Figur:
- sie traegt ihr Eigengewicht selbstaendig und haelt ihre Geometrie in jeder Hoehe,
- sie funktioniert im Wind auch bei grosser Seitenflaeche,
- sie uebersteht Verladung, Transport und Umstellen problemlos,
- sie haelt dem direkten Kontakt mit Besuchern stand — bei Figuren auf Spielplaetzen und Baenken im Zoo gehen wir davon aus, dass Kinder darauf klettern.
Im unteren Teil der Figur bringen wir eine mineralisch-harzgebundene Masse ein. Sie senkt den Schwerpunkt, sodass die Figur ohne Verankerung und Fundament stabil steht, und versteift zugleich den Sockel. Das vereinfacht die Montage: Das Objekt wird direkt auf Pflaster, Rindenmulch oder Rasen gestellt.
Finish und Lackierung
Nach dem Entformen durchlaeuft die Figur Spachteln und Schleifen. Diese Stufe sieht man am fertigen Produkt nicht, und sie kostet kaum weniger Zeit als das Laminieren selbst — sie entscheidet ueber die Glaette der Oberflaeche und darueber, dass die Verbindungen der Segmente unter der Hand nicht zu spueren sind. Bildhauerische Details wie Mimik, Gebiss oder Fellstruktur arbeiten wir genau hier von Hand aus.
Lackiert wird mit Acrylfarben, versiegelt mit einem Zweikomponenten-Autoklarlack. Es ist dasselbe Material wie im Karosseriebau, und aus demselben Grund: Es haelt die Farbe in voller Sonne und vertraegt die Hochdruckreinigung. Auf das Lacksystem geben wir fuenf Jahre Garantie, auf die Ausfuehrung drei — gerechnet ab Unterzeichnung des Abnahmeprotokolls.
Wie wir arbeiten
Jede Figur aus unserem Katalog entsteht in derselben Technologie: PWS-Laminat, Matte 2 x 300 g, Konstruktionsharz, Aerosil auf senkrechten Flaechen, mineralisch-harzgebundene Masse im Sockel, Acrylfarben und Zweikomponentenlack. Diese Spezifikation gilt fuer eine Gartenfigur genauso wie fuer ein vierzehn Meter hohes Denkmal — es unterscheiden sich Massstab und innere Konstruktion, nicht der Ausfuehrungsstandard.
Wir realisieren ausserdem Sonderprojekte, vom 3D-Modell bis zur Montage vor Ort, sowie Renovierungen von Objekten, die vor Jahren gefertigt wurden. Letztere geben uns den besten Einblick, wie sich Laminat nach einem Jahrzehnt der Praesentation verhaelt — und dieses Wissen fliesst in jede neue Umsetzung zurueck.
Wenn Sie eine Figur fuer einen Park, einen Zoo, ein Einkaufszentrum oder vor Ihr Lokal planen und ueber die Ausfuehrung sprechen moechten statt nur ueber den Preis — schreiben Sie uns. Fertige Modelle finden Sie in unserem Shop.













